Historie

Die Geschichte des Hafenortes Warnemünde bis zur Gegenwart

Am Alten Strom

Um das Seebad ranken sich die wildesten Geschichten und Ansichten, was die Entstehung anbelangt. Denn die erste urkundliche Erwähnung des einstigen Fischerdorfes gab es erst 1252. Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Ereignisse und vor Allem die authentischsten von ihnen bis in die heutige Moderne in einem Zeitstrahl zusammengefasst.

um ca. 400 n. Chr.

...war Warnemünde noch nicht Warnemünde. Es lebten hier die Warnen, die auch Wariner genannt wurden. Ein großer Teil von ihnen zog jedoch im Zuge der Völkerwanderung um 449 mit den Sachsen, Angeln und Jüten nach Britanien aus. Ein kleiner bescheidener Teil gen Süden.

600 n. Chr. bis ca. 1300

...bevölkerten die slawischen Wenden Grundstücke, die an der Ostsee frei geworden waren und lebten wie es ihnen gefiel. Sie jagten, fischten und amüsierten sich nach Herzenslust und betrieben Piraterie in Dänemark, welches in dieser Zeit um Einiges weiterentwickelt war. Das ließen die Dänen sich jedoch nicht gefallen und kreuzten auf der Ostsee, um diese Raubzüge der Wenden zu verhindern, eher schlecht als recht.

ca. 1160

...ging es den Wenden für ihr Treiben ernsthaft an den Kragen. Heinrich der Löwe, der Herzog von Sachsen und Bayern rief zu einem Streifzug im Norden auf. Er verbündete sich mit dem Dänenkönig Waldemar dem I. und dem Markgrafen zu Brandenburg und überfiel die Wenden. Die Dänen hingegen führten eine gewaltige Seeschlacht vor Warnemünde und im Breitling. Sie waren jedoch nicht sehr erfolgreich, denn die Wenden versenkten nämlich große Teile der dänischen Flotte, da sie sich nicht sonderlich auskannten. Dies geschah im Jahre 1161. Die Männer von Heinrich des Löwen waren hingegen erfolgreich und rissen den Slawenfürsten Niklot von seinem Thron. Aufgebracht machten sich die Dänen erneut auf den Weg Richtung Warnemünde. Sie hatten den Sohn Niklots an Bord, der sich hervorragend in den Fahrwassern vor Warnemünde und den hiesigen Strömungsverhältnissen auskannte. Sie waren nun in der Lage den Breitling zu befahren und aus Rache Rostock niederzubrennen. Heinrich bewegte Pribislaw, den anderen Sohn von Niklot zum Wiederaufbau seiner Heimat, hier Rostock.

1170

Die mecklenburgischen Fürsten und Ihre Untertanen wurden in das deutsche Reich aufgenommen. Barbarossa als zuständiger Kaiser machte Werbung für das fruchtbare und schöne Land Mecklenburg. Es kamen Sachsen, Franken, Flamen und die Holländer, eine Masseneinwanderung.

um 1200

gab es erneut einen Aufruf zur Masseneinwanderung. Dieses Mal kamen die Friesen, was auch den Baustil der Häuser erahnen lässt. Sie gründeten vermutlich "Verneminne" (dänisch). Die erste deutsche urkundliche Erwähnung des Ortsnamen Warnemünde findet sich in einem Kaufvertrag zwischen Heinrich Borwin III. und der Stadt Rostock im Jahr 1252. Hier ging es um einen Handel um die heutige Rostocker Heide, die sich bis nach Warnemünde erstreckte. Daher auch die Annahme, dass sich Warnemünde früher weiter östlicher befunden haben muss.

1323

Warnemünde wurde an die Stadt Rostock verkauft. Rostock hatte zwar auch einen eigenen Hafen, aber bei diesem Handel stand der Zugang zur offenen See im Vordergrund.

1442

wurde die erste Vogtei in Warnemünde gebaut. Um Steuern zu sparen, wurde das Gebäude als einziges quer errichtet. Die Steuern wurden damals nach der Breite eines Hauses erhoben. Die heutige Vogtei stammt aus dem Jahre 1605 und trägt das älteste Rostocker Wappen an der Vorderfront. Das heute älteste Haus von Warnemünde war nicht nur wegen seinem Anlegeplatz für Schiffe sehr beliebt, sondern auch wegen der Lizenz Aquavit, Bier und Wein ausschenken zu dürfen.

1565

entbrannte der sogenannte Schifferstreit. Der Dorsch und Hering wurde an den alten Fanggründen rar und gelangte nur noch selten nach Rostock. So wurde es den Warnemündern verboten, Fischerboote und deren Fisch zu löschen und auf den hiesigen Märkten feil zu bieten. Die Schiffe wurden gezwungen direkt nach Rostock durchzufahren. Desweiteren sollten sich die Warnemünder Fischer mit dem Fangen von Sommerhering vor Falster (Dänemark) begnügen. Die Warnemünder klagten dagegen und führten an, das der Fischfang breits von ihren Urvätern betrieben wurde und zum Leben untentbehrlich sei. Ohne Erfolg. Es wurde sogar zeitweilen die Schifffahrt für Warnemünder untersagt.

um 1600

durfte sich in Warnemünde keinerlei Handwerk und Gewerk niederlassen. Es sei denn sie zogen nach Rostock. Dies hielt etwa ganze 200 Jahre an, bis in das 19. Jahrhundert, als die ersten Verbote wieder gelöst wurden.

1625

wird Warnemünde von der schwersten Sturmflut seiner Geschichte getroffen. Das Wasser stand den Warnemündern buchstäblich bis zum Halse. Sogar der Lehm wurde aus dem Fachwerken gespült. Warnemünde wurde dadurch fast vollständig zerstört.

1822

entwickelte sich Warnemünde immer mehr zum Badeort. Die Zahl der Badegäste war schon deutlich über 100 gestiegen. An den Stränden wurden bereits die ersten Badehäuser aufgebaut, denn es gab eine strenge Geschlechterordnung nach Weiblein und Männlein. Mit diesem Umstand wurden auch die Badewagen eingeführt, die ihre Insassen erst im Meer entließen, sofern sie aus der Sichtweite anderer Blicke waren.

1882

Elfriede von Maltzahn beauftragte den Korbmacher Wilhelm Bartelmann für den Bau einer Sitzgelegenheit für den Strand, als Schutz vor Sonne und Wind, da sie an Rheuma litt. Erfunden war der Strandkorb und wurde aufgrund der großen Nachfrage fortan in großen Stückzahlen produziert. Ein netter Komfort, wie er auch heute nicht nur am Strand von Warnemünde zu finden ist.

1886

Am 26. Juni 1886 wurde die erste Eisenbahnverbindung nach Berlin und die Postdampferverbindung nach Gedser in Dänemark, zunächst mit den Raddampfern Kaiser Wilhelm und König Christian aufgenommen. Bereits schon 1868 wurde die Eisbahnlinie nach Rostock eröffnet.

1897

wurde der 37 Meter hohe Leuchtturm fertiggestellt und löste ein älteres Seezeichen ab, welches sich wenige Meter davor befand. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte im Herbst 1898. Er wird bis heute als Seezeichen, Touristenattraktion und Wahrzeichen von Warnemünde genutzt.

1911

zählt Warnemünde bereits 23.358 Badegäste. Der Tourismus boomt.

1922

wurden die Ernst Heinkel Flugzeugwerke Warnemünde gegründet. Die ersten Flugzeuge waren die Schwimmerflugzeuge, später wurden hauptsächlich Kriegsflugzeuge gebaut.
Im gleichen Jahr wurde der Kurhausgarten hergrerichtet. Das eigentliche Kurhaus hingegen befand sich noch im Bau und wurde nach fast 15 Jahren Bauzeit 1928 fertiggestellt.

1926

wird am Strand von Warnemünde der „Teepavillon“ errichtet. Das kreisrunde Gebäude im Bauhausstil entwarf der Architekt Walter Butzek. Mehr zum heutigen Teepott erfahren Sie weiter unten...

1942

Alliierte Bomer zerstören die Heinkelwerke und 2 weitere Flugzeug- und Ubootwerke, die sich auf der hohen Düne angesiedelt hatten. Auch Warnemünde wird zur Hälfte durch die Fliegerbomben zerstört.

1945

Zum Kriegsende rücken die Russen in Warnemünde ein und besetzten viele Villen und große Häuser, die von den alliierten Bomben verschont geblieben waren. Ein russischer Kommandant hatte sich zum Beispiel in der Villa Kröger (Heute Atelier Kröger, Schillerstraße / Ecke Mühlenstraße) eingenistet und überwachte an diesem strategischen Punkt die Kreuzung und das Treiben der Warnemünder von der Terrasse aus.

1948

wird die Warnowwerft gegründet. Bereits 1945 begann man auf dem Gelände der früheren Krögerwerft mit dem Bau hölzerner Fischkutter für die damalige Sowjetunion. 1947 noch als Zweigwerft der Reparaturwerft Wismar, wurde sie 1948 eigenständig und erhielt den Namen Warnowwerft.

1956

Bau des Rostocker Überseehafens.

1956 bis 1960

wird aufgrund des zunehmenden Schiffsverkehrs die Hafeneinfahrt verbreitert, aus Trümmerteilen der alten Flugzeuwerke und riesigen Findlingen die neue Ostmole gebaut.

1968

wird aus dem alten Teepavilion der neue Teepott in einer Hyparschalenarchitektur gebaut. Ein weiteres Wahrzeichen des Seebades, welches im Übrigen unter Denkmalschutz steht. Nach langem Leerstand wurde er 2002 komplett renoviert. Heute befindet sich darin ein griechisches Restaurant, eine Bar sowie ein Souvenirladen und eine Bäckerei.

1971

wird durch ein schwedisches Bauunternehmen auf der Promenade das Hotel Neptun fertiggestellt. Hinter dem 19 geschossigen Bauwerk entstand das Meeresbrandungsbad, welches nach der Wende einem Spaßbad namens Samoa weichen musste. Nach nur kurzem Betrieb und langem Leerstand wurde im Zuge des Neubaus des a-ja Hotels 2013 das neue Seebad errichtet.

Gegenwart

Nach Ende des kalten Krieges und dem Fall der Mauer wurde Warnemünde nach und nach komplett saniert. Viele neue Hotels und Pensionen entstanden und zogen einen noch größeren Urlauberstrom mit sich der jedes Jahr weiter zunimmt. Zudem ist Warnemünde seit einigen Jahren der beliebteste Kreuzfahrthafen in Deutschland und gleichzeitig Heimathafen der beliebten Kussmundflotte AIDA Cruises. In 2013 waren es 198 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen aus aller Welt, unter ihnen z.B. auch die "Queen Elizabeth".

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